Kommt schnell, ich schmecke die Sterne!
Champagner, der in der französischen Region Champagne produziert wird, zählt zu den bekanntesten und teuersten Schaumweinen und wird in aller Welt gerühmt für seinen einzigartigen Geschmack und seine Eleganz. Hergestellt wird dieser spezielle Nektar mit der "méthode champenoise", deren Herzstück eine zweifache Gärung ist. Die Trauben werden von Hand geerntet und fein gepresst. Der Wein, der bei der ersten Gärung im Bottich entsteht, wird einer weiteren Gärung in der Flasche zugeführt, wobei Zucker und Hefe zugefügt werden. Dank dieses speziellen Gärungsprozesses erhält der Champagner sein charakteristisches Prickeln. Die Menge des beigefügten Zuckers hängt davon ab, ob der Champagner Pas dosé (Brut nature), Extra brut, Brut, Extra dry, Dry bzw. Sec, Demi sec oder Doux werden soll.
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Die wesentlichen zugelassenen Rebsorten sind Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Chardonnay ist eine weiße Rebsorte, die für Eleganz, Frische und Zitrusnoten sorgt. Pinot Noir und Pinot Meunier sind beides rote Rebsorten, die dem Champagner Körper, Tiefe und fruchtige Noten verleihen. Einige der geläufigsten Champagner-Aromen sind Zitrus, Apfel, Birne, Mandel, Brioche und Honig.

Um die Geburt des Champagners ranken sich einige Hypothesen. Zu den bekanntesten Legende gehört jene um den Benediktinermönch Pierre Pérignon. Am 4. August 1693 soll der Mönch die Methode der Champagnerherstellung "erfunden" und mit dem Ausruf "Kommt schnell, ich schmecke die Sterne!" besiegelt haben.
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Historisch belegt ist diese Anekdote allerdings nicht und viele Forscher gehen davon aus, dass die Geschichte erfunden wurde, um die Faszination rund um die Person Pérignon und die Erfindung des Getränks zu befeuern. Es scheint jedoch sicher zu sein, dass Pérignon signifikant zu der Entwicklung des Champagners, wie wir ihn heute kennen, beigetragen hat. Die Marke Dom Pérignon entstand Mitte des 20. Jahrhunderts als Prestige-Cuvée, der das Erbe des Mönchs feiern sollte. Er gilt als einer der besten Champagner der Welt.

Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde der Champagner in Europa zu einem Luxusgetränk, das vom französischen Adel geschätzt wurde. Dies geschah auch Dank Philippe von Orléans, der für seine legendären Partys voller Pracht, Opulenz und prickelnden Genüssen bekannt war. Ein bedeutender Name, der häufig mit Champagner assoziiert wird, ist Napoleon Bonaparte, der, obwohl er eigentlich Abstinenzler war, nicht nein sagen konnte, wenn dieser Schaumwein serviert wurde, was stark zu dessen internationalem Renommee beitrug. Eines seiner Mottos lautete: "In Zeiten des Sieges verdient man Champagner. Bei einer Niederlage benötigt man ihn."
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Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Champagnerherstellung aufgrund größer Weinanbauflächen und neuer Technologien effizienter. Dadurch wurde es möglich, größere Mengen zu produzieren und zu erschwinglicheren Preisen zu verkaufen, wodurch der Champagner zu einem weniger elitären Getränk wurde und sich in der Mittelschicht und der Bourgeoisie verbreitete.
Die Popularität des Champagners nahm in den 1920er Jahren weiter an Fahrt auf, als er in den Goldenen Zwanzigern zu einem Sinnbild für den opulenten Lifestyle dieser Ära wurde, die Schriftsteller F. Scott Fitzgerald in seinem Roman Der große Gatsby unsterblich machte. Seit damals hat sich der Champagner zu einem Getränk für besondere Gelegenheiten und eines verfeinerten Lebensstils entwickelt und wird gerne zu Hochzeiten, Jubiläen und auf Silvesterpartys getrunken.
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Und wir gerade vom Feiern sprechen: auch mit der Formel 1 führt der Champagner seit Jahrzehnten eine erfolgreiche Partnerschaft, indem der Sieger des jeweiligen Rennens das kostbare Nass über dem Podium verspritzt. Der erste Rennfahrer, der das tat, war vermutlich der Amerikaner Dan Gurney, der auf diese Weise 1967 seinen Sieg bei 24-Stunden-Rennen von Le Mans feierte.
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2016 führte der italienisch-australische Fahrer Daniel Ricciardo zudem den sogenannten "champagne shoey" in der Formel 1 ein, wobei der Champagner aus einem Schuh genossen wird. Der shoey ist vor allem in Australien beliebt, doch geht das Trinken aus einem Schuh auf sehr alte Vorbilder zurück: Im Mittelalter galt das Trinken aus einem Schuh als Glückssymbol. Im frühen 20. Jahrhundert galt das Trinken von Champagner aus einem Damenschuh als Zeichen der Raffinesse und soll angeblich in einem Edelbordell in Chicago erfunden worden sein.
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Zusätzlich zu seiner Beliebtheit als Getränk zum Anstoßen bei besonderen Anlässen (ob in Schuhen, Stielgläsern oder anderen Behältnissen sei dahingestellt) eignet sich der Champagner auch ganz hervorragend für die Zubereitung köstlicher Cocktails. Zu den bekanntesten Champagner-Cocktails gehören der Kir Royal aus Champagner und Crème de Cassis, der Mimosa, der zu gleichen Teilen Champagner und Orangensaft kombiniert, der French 75, der im Ersten Weltkrieg erfunden wurde und aus Champagner, Gin, Zitronensaft und Zuckersirup besteht, der Bellini aus Champagner und Pfirsichpürree sowie der Champagner Cocktail, eine Mixtur aus Champagner, Cognac, Zucker und Angostura.
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Der Champagner ist generell auch in der Küche vielseitig einsetzbar. Außer für Cocktails kann er auch bei Saucen oder Desserts zum Einsatz kommen. Und natürlich bei speziellen Gerichten, wie dem Champagner-Huhn, der Champagner-Zabaglione und den huîtres au champagne (Austern in Champagner).

Seit seiner Erfindung hat der Champagner und Sekt erfolgreich die ganze Welt erobert. Und in Zukunft kann er das auch im Weltraum tun, Dank einer Erfindung des Maison Mumm. Tatsächlich hat das bekannte Unternehmen eine spezielle Flasche erfunden, Cordon Rouge Stellar, die es möglich macht, Champagner im All zu genießen. Die kostbare Flüssigkeit wird von einem Verschluss aus Edelstahl gesichert. Eine Schale aus aeronautischem Aluminium schützt die Glasflasche, deren Hals von einem Korken und einem Ring überragt wird, der den Korken fixiert und den Edelstahlmechanismus der Flasche blockiert. Das Projekt, das 2017 in Zusammenarbeit mit Axiom Space begann, hat zum Ziel, ein einzigartiges Erlebnis für Astronauten zu schaffen, die damit auch unter Bedingungen der Mikrogravitation auf festliche Weise zusammenkommen können. Eine Erfahrung, die eindeutig nicht von dieser Welt ist!
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Auch die Preise für Champagner sind nicht selten himmelhoch. Doch gibt es Gründe dafür: das begrenzte Anbaugebiet der Herkunftsregion, ein teurer Herstellungsprozess und natürlich das Prestige des Getränks.
Champagner-Auktionen sind vielbesuchte Events, auf denen Sammler und Liebhaber zusammenkommen, um erlesene und seltene Flaschen zu erstehen. Weshalb einige Flaschen besonders hohe Preise erzielen, kann verschiedene Gründe haben; Seltenheit ist jedoch der häufigste. Auch sind Auktionen die perfekte Gelegenheit für Sammler, alte Vintage-Jahrgänge zu kaufen, die sonst nirgendwo auf dem Markt mehr erhältlich sind. Wurde eine solche Flasche unter perfekten Bedingungen gelagert, steigert das ihren Sammlerwert. Zudem bieten derartige Versteigerungen Herstellern die Möglichkeit, limitierte Editionen zu präsentieren.
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Als Synonym für Luxus und Feierlichkeit offenbart sich Champagner als Wein mit tausend Facetten und vielen Geheimnissen. Das folgende Zitat der Unternehmerin Madame Bollinger ist berühmt geworden und bringt die Faszination für dieses kostbare Getränk auf den Punkt: „Ich trinke Champagner, wenn ich glücklich bin und wenn ich traurig bin. Manchmal trinke ich ihn, wenn ich alleine bin. Wenn ich Gesellschaft habe, halte ich ihn für obligatorisch. Ich tändle damit, wenn ich keinen Hunger habe, und trinke ihn, wenn ich Hunger habe. Ansonsten rühre ich ihn nie an – es sei denn, ich habe Durst.“








