Unbekannte Künstler, Höhlenmalerei von Lascaux (36.000-15.000 v. Chr.), Dordogne
Lange Zeit befanden sich die Höhlenmalereien von Lascaux im Dornröschenschlaf bevor im September 1940 ein Mensch zum ersten Mal seit Tausenden von Jahren einen Blick auf sie werfen konnte. Die zufällig von Laien entdeckten steinzeitlichen Kunstwerke wurden sofort wissenschaftlich untersucht und in die Zeit von 38.000-21.000 v. Chr. datiert. Lascaux zählt zur frankokantabrischen Höhlenkunst des Jungpaläolithikums, die in Südwestfrankreich, den Pyrenäen und Nordspanien verbreitet war und mit den Höhlen von Altamira und Chauvet weitere beeindruckende Beispiele vorweisen kann. Die auf den gewölbten Höhelndecken und -wänden oftmals perspektivisch ausgeführten Malereien zeigen vornehmlich Tiere, die damals gejagt wurden. Die Funktion der Malereien als eine Art Jagdzauber ist daher wahrscheinlich.

Waren die Höhlen früher für Besucher zugänglich, wurde diese Praxis mittlerweile aufgrund der dadurch verursachten Zerstörung der mit Naturfarben ausgeführten Werke eingestellt. Stattdessen bieten nahe des Fundortes errichtete Nachbildungen interessante Einblicke.
Unbekannte Künstler, Terrakotta-Armee (221-210 v. Chr.), Mausoleum Qín Shǐhuángdìs, Zentralchina
Auch die Entdeckung des Mausoleums des Kaisers Qín Shǐhuángdì geschah 1974 zufällig, obwohl seine Lage schon lange bekannt war. Zutage kamen seitdem rund 8.000 Terrakottafiguren, die dem Kaiser auch im Jenseits bewachen sollten. Besonders beeindruckend ist die realistische Ausführung der etwas überlebensgroßen Figuren mit individuellen Gesichtszügen. Dei Forschung vermutet, dass die Arbeiten am Mausoleum, die eine enorme Anzahl an Künstlern und Bauhelfern erforderte, etwa 10 Jahre dauerten.

Qín Shǐhuángdì (259-210 v. Chr.) war der Begründer der Qin-Dynastie und der erste Kaiser des vereinigten China, in dem zuvor verschiedene Königreiche um die Vorherrschaft gekämpft hatten (Zeit der Streitenden Reiche). Der Kaiser galt als Despot, der die Arbeiter für seine Großprojekte (Ausbau der Großen Mauer, Palastkomplex unweit seines Mausoleums) zwangsverpflichtete.
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Unbekannter Künstler, Venus von Milo (Ende 2. Jh. v. Chr.), Musée du Louvre, Paris
Der nächste, ebenfalls zufällige Fund wurde bereits 1820 gemacht, und zwar von einem Bauern auf der griechischen Insel Milos/Melos. Die Nahe eines antiken Theaters entdeckte armlose Marmorstatue war die Verkörperung des hellenistischen Schönheitsideals und erhielt den römischen Namen Venus (als Griechin hätte sie natürlich eigentlich Aphrodite heißen müssen). Die hellenistische Epoche begann mit der Herrschaft Alexanders des Großen (336-323 v. Chr.) und dauerte bis zum späten 1. Jahrhundert v. Chr.

Die Insel Milos gehörte zum Zeitpunkt des Fundes, wie ganz Griechenland, zum Osmanischen Reich. Der französische Botschafter an der "Hohen Pforte" konnte die Statue für Frankreich erwerben, wo sie seither im Louvre die Besucher begeistert.
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Leonardo da Vinci, Das Abendmahl (1494-98), Santa Maria delle Grazie, Mailand
In einem der berühmtesten Wandgemälde der Welt hat sich Leonardo da Vinci an eine neue Darstellungsweise der Abendmahlszene herangewagt. Er wählte jenen Zeitpunkt, der sich unmittelbar an jene Bombe anschloss, die Christus im Verlauf des "Dinners" platzen ließ: Einer seiner getreuen Jünger würde ihn verraten. Die Jünger sind, inklusive dem sonst isoliert dargestellten Judas, neben Christus in Dreiergruppen dargestellt und widerspiegeln alle möglichen Emotionen, die eine solche Nachricht hervorrufen konnte.

Das Fresko war eine Auftragsarbeit, die Leonardo für den Mailänder Herzog Ludovico Sforza ausführte. Die zentralperspektivische Arbeit mit Christus im Mittelpunkt befindet sich im Speisesaal des Dominikanerklosters Santa Maria delle Grazie in Mailand.
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Hieronymus Bosch, Der Garten der Lüste (um 1510), Museo del Prado, Madrid
Wie so viele Werke des niederländischen Renaissancemalers Hieronymus Bosch ist auch sein Hauptwerk Der Garten der Lüste voller Rätsel, Absurditäten und verstörenden Inhalten, die zusammen beinahe schon surrealistisch anmuten. Die Außenflügel des Triptychons zeigen die Schöpfung der Welt, die drei Innenbilder stellen von links nach rechts betrachtet den Garten Eden, den Garten der Lüste und die Hölle dar. Vermutlich darf es als Warnung vor der Sünde der Wollust betrachtet werden.

Auftraggeber war vermutlich ein Mitglied des Hauses Nassau, in dessen Brüsseler Residenz es Anfang des 16. Jahrhunderts hing. Nach dem niederländischen Aufstand gegen die Herrschaft des spanischen Königs Philipp II. brachte es dessen Heerführer, der Herzog von Alba, nach Spanien, wo es sich ab 1593 im Kloster des Escorial befand. Seit 1939 ist Boschs bedeutendes Werk Teil der Sammlung des Prado in Madrid.
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Eugène Delacroix, Die Freiheit führt das Volk, 1830, Musée du Louvre, Paris
Im Juli 1830 erhoben sich die Bürger von Paris gegen die restriktive Politik von König Karl X., des jüngsten Bruders des 1793 enthaupteten Ludwig XVI. An drei Tagen ging das Volk auf die Barrikaden, um aus dem Konflikt schließlich als Sieger hervorzugehen. Den Thron bestieg nun Bürgerkönig Louis-Philippe, dessen Vater für die Hinrichtung seines Cousins Ludwig XVI. gestimmt hatte, nur um bald darauf den eigenen Kopf unter der Guillotine zu verlieren. Die Julirevolution von 1830 dauerte nur drei Tage, den zweiten und gewalttätigsten verewigete Eugène Delacroix noch im selben Jahr in einem halb-allegorischen Gemälde, das zu einer Ikone werden sollte. Darauf zu sehen sind die wackeren Kämpfer der Konflikts, die von der die Trikolore schwenkenden Marianne, der Symbolfigur Frankreichs seit 1792, angeführt werden.

Im Jahr nach seiner Fertigstellung kaufte der französische Staat das Gemälde, nur um es meist unter Verschluss zu halten. Vermutlich wollte man verhindern, dass das Volk wieder auf revolutionäre Gedanken kam – was 1848 dann doch wieder geschah. Dauerhaft ausgestellt wird Die Freiheit führt das Volk seit 1863, zunächst im Palais du Luxembourg und seit 1874 im Louvre.
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Pierre-Auguste Renoir, Das Frühstück der Ruderer (1880-81), Phillips Collection, Washington D.C.
Das 1880/81 entstandene Ölgemälde Das Frühstück der Ruderer stellt die Zusammenkunft einer Gruppe von Leuten in einem Ausflugslokal in Chatou an der Seine an einem sonnigen Tag dar. Bei dem Lokal handelt es sich um das Restaurant Maison Fournaise, in dem man auch heute noch speisen kann. Auch die dargestellten Personen konnten identifiziert werden: Es sind Freunde und Bekannte Renoirs, darunter sein Malerkollege Gustave Caillebotte und Renoirs spätere Ehefrau Aline Charigot.

Das Frühstück der Ruderer stieß 1882 auf der 7. Ausstellung der Impressionisten vorwiegend auf wohlwollende Kritiken. Im selben Jahr erwarb es der Kunsthändler Paul Durand-Ruel von Renoir. Durand-Ruels Sohn verkaufte es schließlich 1923 an den amerikanischen Sammler Duncan Phillips, dem Stifter der Phillips Collection in Washington D.C., wo es sich noch bis heute befindet.
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Auguste Rodin, Der Denker (1880-82), Musée Rodin, Paris
Während sich Renoir mit der Sommerfrische an der Seine beschäftigte, rackerte sich Auguste Rodin mit der Arbeit am Höllentor ab, einer staatlichen Auftragsarbeit, die zukünftig das Portal des geplanten Musée des Arts décoratifs schmücken sollte. Rodin hatte Dantes Göttliche Komödie als Thema gewählt, mit vielen Einzelfiguren und Figurengruppen, die schließlich ein Ganzes ergeben sollten. Eine dieser Figuren, Der Denker, soll Dante Alighieri selbst darstellen.

Rodins Originalbronze kann im Musée Rodin in Paris bewundert werden. Spätere Abgüsse in Bronze oder Gips befinden sich u.a. in den Vatikanischen Museen, in der Ny Carlsberg Glyptothek in Kopenhagen und im Nationalmuseum für westliche Kunst in Tokio.
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Vincent van Gogh, Zwölf Sonnenblumen in einer Vase (August 1888), Neue Pinakothek, München
Im August 1888 sowie im Januar 1889 malte Vincent van Gogh im südfranzösischen Arles sieben Sonnenblumenbilder. Die durch und durch lebensbejahenden Gemälde des oftmals depressiven Künstlers vereinten für ihn die Strahlkraft der mediterranen Sonne mit dem Einfluss durch japanische Druckgrafiken, die damals in Paris en vogue waren. Van Gogh hatte sich in Arles niedergelassen und hoffte, dass weitere Künstler seinem Beispiel folgen würden.

Die Sonnenblumenbilder, von denen eines nicht mehr existiert, befinden sich heute in den USA, in London, Tokio, Amsterdam und München. In der letztgenannten Stadt gehört eines der August-Bilder seit 1912 zur Sammlung der Neuen Pinakothek. Es war mit den Geldern der Tschudi-Spende des kurz zuvor verstorbenen Generaldirektors der Bayerischen Gemäldesammlungen, Hugo von Tschudi, erworben worden. Ziel der Spende war die Erweiterung der Museumssammlung durch Werke französischer Impressionisten und Postimpressionisten.
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Grant Wood, American Gothic, (1930), Art Institute of Chicago
In seiner Schlichtheit bietet das Gemälde American Gothic von Grant Wood unendlich viele Möglichkeiten der Interpretation. Was ist zu sehen? Ein Farmer-Ehepaar (manchmal auch als Vater und Tochter interpretiert), das vor seinem im Stil der Carpenter-Gotik erbauten Haus steht. Der Farmer hält eine Heugabel, im Hintergrund ist die obligatorische rote Scheune angedeutet. Sowohl das Haus (von Wood während einer Autofahrt erspäht), als auch die abgebildeten Personen sind echt (Woods Schwester und sein Zahnarzt). Die Zusammensetzung der Komposition entstand jedoch in Woods Atelier.

American Gothic ist eine Ikone, die immer wieder aufgegriffen und parodiert wird. War es von Anfang an als Parodie auf das ländliche Amerika gedacht oder vielmehr als Huldigung desselben und seine scheinbare Zeitlosigkeit? Wood betonte jedenfalls, dass es nie seine Absicht gewesen sei, jemanden bloßzustellen. Noch im Jahr seiner Fertigstellung wurde das Gemälde im Art Institute of Chicago ausgestellt und von dem Museum gekauft.




