Nach den USA, dem Vereinigten Königreich und China belegt Frankreich den vierten Platz im internationalen Ranking der umsatzstärksten Auktionsmärkte, mit Paris als wichtigstem Standort. Insgesamt konnte sich die französische Hauptstadt in den letzten Jahren als bedeutender Handelsplatz für Arbeiten auf Papier etablieren. Diese werden auch in den Auktionen, die Christie’s im April während der Marquee Week Mitte des Monats präsentieren wird, eine wichtige Rolle spielen.
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In fünf Live-Auktionen und einer Online-Auktion kommen bei Christie’s Werke namhafter Künstler zum Aufruf mit Schätzpreisen im vier- bis siebenstelligen Bereich. Zwei besondere Highlight-Events sind jene beiden Auktionen, die jeweils einem einzelnen Künstler gewidmet sind und deren Lose von einzelnen Sammlern stammen, die dem engsten Umfeld dieser Künstler angehörten.
Zu nennen ist hier zunächst die Online-Auktion „Henri Matisse: Tracer le lien, oeuvres sur papier de la Fondation Pierre et Tana Matisse“ vom 8.-17. April, deren Lose aus der Sammlung von Pierre und Tana Matisse eingeliefert wurden. Angeführt wird diese Offerte mit Arbeiten auf Papier von der Kohlezeichnung Femme allongée aus dem Jahr 1944 (Schätzpreis 50.000-70.000 Euro). Der Galerist Pierre Matisse (1900-1989) war der Sohn von Henri Matisse. Der Erlös aus der Auktion wird der von ihm und seiner Frau Tana gegründeten Stiftung zugute kommen.
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Die Live-Auktionen werden am 14. April mit der Auktion „Dans l'intimité de Pierre Bonnard: Collection Claude Terrasse“ eröffnet, deren Lose aus der Sammlung von Bonnards Urenkel Claude Terrasse (1925-2008) stammen. Zum Aufruf kommen Werke des Künstlers, die noch nie zuvor zum Verkauf angeboten wurden, allen voran Midi au jardin von 1946 (Schätzpreis 400.000-600.000 Euro), das im Garten von Bonnards geliebter Villa Le Bosquet in Südfrankreich entstand.
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Keinem einzelnen Künstler, sondern einem Medium ist die Single-Owner-Auktion „Radical Genius: Works on Paper from A Distinguished Private Collection“ am 15. April gewidmet, die Meilensteine der Zeichengeschichte vereint. Zu den Highlights zählen Piet Mondrians Studie zu Broadway Boogie Woogie von 1942 (Schätzpreis 3.000.000-5.000.000 Euro), Paul Cézannes Femme assise von 1902-04 (Schätzpreis 3.500.000-5.500.000 Euro) sowie Pablo Picassos Zeichnung Femme nue debout aux mains croisées, die 1906 während seines prägenden Aufenthalt im Pyrenäendorf Gósol entstand und die später von Gertrude Stein erworben wurde (Schätzpreis 1.200.000-1.800.000 Euro).
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Am Abend des 15. April kommt im Zuge des „20th/21st Century Art - Evening Sale“ eine Offerte der absoluten Spitzenklasse zum Aufruf. Als ein Highlight der Offerte und der Pariser Auktionssaison insgesamt wird Maurice Vlamincks fauvistisches Meisterwerk La Femme au Chapeau von 1906 angeboten (Schätzpreis 5.000.000-7.000.000 Euro), das neben seiner musealen Qualität zusätzlich mit einer besonderen Provenienz punkten kann, gehörte es doch einst zur Sammlung des bedeutenden Pariser Kunsthändlers Ambroise Vollard.
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Mit dem gleichen Schätzpreis wird Claude Lalannes emblematisches Werk Pomme de New York, die größte unter ihren Apfelskulpturen, aufgerufen. Weitere Arbeiten der Künstlerin sowie ihres kongenialen Ehemanns und Partners François-Xavier Lalanne sind ebenfalls Teil der Offerte, die neben Claude Lalanne weitere namhafte Künstlerinnen umfasst, darunter Germaine Richier, Maria Helena Vieira da Silva, Anna-Eva Bergman, Olga de Amaral und Berthe Morisot.
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Auch in dieser Offerte sind qualitätsvolle Arbeiten auf Papier zu finden, die aus dem impressionistischen Umfeld stammen. Neben Claude Monet, Pierre-August Renoir und einem jungen Marc Chagall muss hier besonders Edgar Degas mit seinem Pastell Femme en peignoir jaune se coiffant von 1894 hervorgehoben werden (Schätzpreis 1.800.000–2.500.000 Euro). Aus der Avantgarde des 20. Jahrhunderts treffen wir Chaïm Soutine, Joan Miró, Paul Klee, Le Corbusier und Jean Metzinger, während die Post War-Kunst mit Werken von Cy Twombly, Pierre Soulages, Karel Appel, Jean-Paul Riopelle, Fernando Botero und Serge Poliakoff begeistern kann. Unter den zeitgenössischen Künstlern sind schließlich Gerhard Richter, Jean-Michel Basquiat, Günther Uecker, Anish Kapoor und Antony Gormley zu nennen.
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Jüngere und jüngste Kunst steht auch am 16. April im Fokus, wenn Christie’s die Auktion „Art Contemporain“ präsentiert. Hier darf neben David Hockneys iPad-Zeichnung The Arrival of Spring in Woldgate, East Yorkshire in 2011 (twenty eleven) – 2 January von 2024 (Schätzpreis 150.000-200.000 Euro) und Marlene Dumas’ Aquarell Life before birth von 1990 (Schätzpreis 70.000-100.000 Euro) auf weitere Highlights von Magdalena Abakanowicz, Cindy Sherman, Germaine Richier, Louise Bourgeois, Katharina Grosse, Elaine Sturtevant, Keith Haring und Josef Albers mitgeboten werden.
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Auch die letzte Live-Auktion von Christie’s in der Pariser Marquee Week, "Art Impressionniste & Moderne“ am 17. April, kann mit großer Kunst begeistern. Zum Aufruf kommen Werke von Künstlerinnen und Künstlern wie Paul Cézanne, Odilon Redon, Léon Spilliaert, Paul Klee, Berthe Morisot und Félix Vallotton. Angeführt wird die Offerte jedoch von einem beidseitig genutzten Blatt von Vincent van Gogh. Einmal mehr haben wir es mit einer bemerkenswerten Arbeit auf Papier zu tun, genauer gesagt mit den beiden Zeichnungen Cueilleuses de pois (Vorderseite) und Esquisse d'un paysage (Rückseite), die 1890 entstanden und sich einst im Besitz von Dr. Paul Gachet befanden (Schätzpreis 100.000-150.000 Euro). Zuletzt befand sich das Blatt jahrzehntelang in einer spanischen Sammlung und wurde erst vor Kurzem wiederentdeckt.
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„Arbeiten auf Papier bieten eine unvergleichliche Nähe zum künstlerischen Prozess. Als Räume der Freiheit und Spontaneität offenbaren Skizzen und Zeichnungen das Innerste des Künstlers. Indem sie seine Gesten als direkte Spuren seiner Gedanken und tieferen Intentionen bewahren, sind sie unersetzliche Zeugen der geheimnisvollen Momente, in denen ein Kunstwerk Gestalt annimmt. Papier kann somit als einer der privilegierten Orte künstlerischer Erfindung betrachtet werden, als der Ort, an dem Ideen entstehen und an dem die innovativsten Künstler den Grundstein für radikal neue Bildsprachen legen. Genau diesen Geist verkörpert die Sammlung, die am 15. April versteigert wird“, erklärt Antoine Lebouteiller, internationaler Spezialist für Impressionistische und Moderne Kunst bei Christie’s, mit besonderem Blick auf die Auktion „Radical Genius: Works on Paper from A Distinguished Private Collection“.
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